7. Februar 2025: Panzer statt Waggons
Nun werden im Waggonbau Görlitz also keine Bahnwaggons mehr hergestellt, sondern Panzer oder Panzerteile. Obwohl wir dringend Waggons bräuchten. Der Krieg ist wieder salonfähig, Deutschland, Europa, die Welt rüstet auf. Trump will Gebiete besetzen, und viele begrüßen das. Vor allem die Wohlstandsgeneration, die weder den Krieg selbst oder die Jahre des Aufbaus erlebt hat. Obwohl die Personalkosten die Staatseinnahmen immer mehr auffressen, Kommunen ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen können, Bildung und Kultur leiden, begrüßen immer mehr Menschen steigende Rüstungsausgaben. Steuern wir auf einen neuen Weltkrieg zu? Hat die einst als Vorbild dienende repräsentative Demokratie der USA ausgedient? Diese Fragen müssen wir uns stellen. Immer mehr Menschen finden, dass sie bestenfalls nur noch Stimmvieh sind für die, welche am besten reden können, oder folgen denen einfach blind. Arbeit wird schlechter behandelt als Kapital, und dieses bestimmt längst die Politik, nicht das Volk. Es ist Zeit, aufzuwachen und eine wirkliche Demokratie einzufordern, welche das Volk an grundlegenden Gesetzesentscheidungen beteiligt. Denn sonst haben wir bald das, was es schon öfter gab: eine kollektive Diktatur der Eliten.
23. Dezember 2024: Frohe Weihnacht oder Was ist da los in Deutschland?
Die Wirtschaft lahmt, die Aktien steigen. Auch die Zahl der Superreichen.
Ärzte, Apotheker und andere Porsche-Fahrer streiken.
Statt Volkswagen bauen wir Wohlfühloasen auf Rädern.
Und weil Handys uns ablenken bauen wir kleine Fernseher ins Auto, auf die wir dann das Handy spiegeln.
Statt an leichten, preiswerten, energiedichten Batterien forschen wir an grünem Benzin.
Das Kernland der Ingenieurskunst lässt Hochtechnologie in Korea, Japan, China und den USA entwickeln.
Statt Kohle verbrennen wir jetzt Holz, das ist gut fürs Gewissen aber schlecht fürs Klima.
Statt Gas aus der Leitung, das noch paar hundert Jahre reicht, wollen wir Wasserstoff in der Wüste herstellen und mit Schiffen hierher holen.
Ehemalige Tierweiden werden mit Solarpanelen belegt, obwohl man 6 Fußballfelder belegen muss um die Strommenge eines Windrades zu erzeugen. Aber die Panele schreddern keine Vögel.
Doch weil die Panele im Winter kaum Strom machen, brauchen wir das böse Windrad trotzdem, es dreht sich im Sommer einfach nicht, und wir bezahlen den nichthergestellten Strom extra, in der Hoffnung, damit könne man dann wenigstens ein bisschen Wasserstoff selber herstellen.
Aus Protest gegen die Massentierhaltung kaufen wir kein Fleisch von glücklichen Weidetieren, sondern essen Zeug aus Soja, das wie das Viehfutter aus Südamerika kommt, wo dafür Wälder abgeholzt werden. Die bekommen dann unser billiges Fleisch dafür, das wir nicht brauchen.
Die Zahl der Beamten wächst jedes Jahr um 5,7%, und trotzdem schaffen diese die ständig wachsende Arbeit nicht, die es ohne sie gar nicht gäbe. Dafür bekommen sie immer höhere Bezüge, so dass das Geld in den Kommunen immer weniger wird, und irgendwann haben die Beamten nichts mehr zu tun, weil kein Geld mehr für Schulen, Gesundheit, Pflege und Infrastruktur da ist.
Es dauert 10 Jahre, bis irgendwo ein Radweg genehmigt wird, in der Zeit wurde einst in ganz Deutschland ein Eisenbahnnetz gebaut. Und dann wird er trotzdem nicht gebaut, weil er nun das Vierfache kostet als einst geplant.
Das Schienennetz ist marode, weil es zwar der Bahn gehört, die aber dafür ein eigenes Unternehmen im Unternehmen geschaffen hat, welches von einem anderen Unternehmen im Unternehmen, welches den Zugverkehr organisiert, Geld für die Benutzung der Schienen verlangt. So wird durch Geschäfte mit sich selbst Umsatz generiert, aus dessen Gewinn die Aktionäre befriedigt werden.
Und wenn das nicht aufgeht muss der Staat helfen. Und der hilft natürlich, weil er selbst davon lebt.
Heute verdient man Geld nicht mit Arbeit, sondern mit Geld. Und die Reichen werden immer reicher.
Eine öffentliche kommunale Toilette kostet so viel wie ein Einfamilienhaus mit 2 Bädern.
Wir leisten uns Hundert Krankenkassenvorstände, die in Personalunion auch Pflegekassenvorstände sind, und die Beraterfirmen beauftragen, herauszufinden wie sich die Kasse von anderen Kassen unterscheiden soll damit man sich Kunden sichern kann.
Jeder Mensch kann sich selbst oder anderen Tabletten verabreichen oder Augentropfen, die Pflegefachkraft braucht dazu eine Extraausbildung.
Ärzte praktizieren noch 20 Stunden in der Woche, die Lehrer auch, weil sie so gut verdienen, dass sie nur noch Teilzeit machen. Dafür zeigen Quereinsteiger den Kids auf ihren vom Staat bezahlten teuren Apple iPads, wie sie auf YouTube Lehrer Schmidt finden, der ihnen den Lehrstoff erklärt.
Der einzige Ampelminister, der echt etwas bewegt hat und unser lahmendes Gesundheitswesen auf Vordermann bringen will wird von den Parteigenossen hintergangen.
Alle suchen Fachkräfte. In vielen Bereichen, vor allem im sozialen Bereich müssen junge Menschen ihre Ausbildung oder Praktika immer noch selbst finanzieren, während man Fachkräften aus dem Ausland Steuern schenken will.
Jeder, der hierher kommt, hat Anspruch auf Leistungen, um seinen Lebensunterhalt zu sichern, und das ist gut so. Aber es kommen auch junge Männer mit einem Audi A6 oder 8 mit UA am Kennzeichen. Die Kinder alleinerziehender Mütter aus Deutschland (und alle anderen) haben bei Praktika keinen Anspruch auf Lebensunterhalt.
Die Begeisterung für den Krieg wächst. Wir müssen aufrüsten, glauben immer mehr Menschen den Politikern. Die liefern ungeniert Waffen in Kriegsgebiete, obwohl sie einst beschlossen hatten, dass das nicht erlaubt ist. Aber das kurbelt die Wirtschaft an, die Reichen werden reicher. Sie finanzieren den Krieg, und appellieren vor allem in der Weihnachtszeit an unser Mitleid, um mildtätige Spenden für die Opfer zu geben, und weil wir gut sind tun wir das. So bezahlen wir doppelt für Kriege, die und nichts angehen.
Ein schwarzer MP, der im Wahlkampf immer gegen den Mainstream Frieden gefordert hat, kann sich mit der lieben Sarah nicht auf eine Friedensklausel im KoaV einigen. Wo anders wollen die Leute lieber einen Kriegsminister als neuen Kanzler.
Und so glauben immer mehr an das blaue Wunder. Als Traditionalist lese ich jeden Morgen eine Papierzeitung, und lese jeden Morgen von den demokratisch gewählten Mehrheiten, die endlich regieren sollen. Meist schreiben Zugezogene, die hier überall auf dem Land auftauchen. König Fitzek kauft Schlösser, und die indigenen Germaniten betreiben eine Botschaft im Weihnachtsland. Dass A.H. einst auch demokratisch gewählt wurde haben wir in der Schule nicht gelernt.
Und fast hätte ich‘s vergessen: ich habe dieses Jahr beim Spazieren mit dem Hund über die monotonen Felder insgesamt eine ganze Handvoll Regenwürmer gezählt. Und die Kröten, die einst im Frühjahr zu Dutzenden auf dem Asphalt klebten, sind auch weg.
Trotzdem leuchtet seit heute der Herrnhuter Weihnachtsstern, die original erzgebirgischen Räuchermänner sind aufgebaut, und die Engelkapelle von Blank hat ihr 70stes Mitglied bekommen. Gestern lag noch Schnee, und heute Mittag hatten wir 19 Grad. Wie es zu Weihnachten wird? Wir wissen es nicht. Wie es unseren Enkeln einst gehen wird? Wir wissen es nicht. Aber wir freuen uns wie immer auf eine fröhliche Weihnacht. Die wünschen wir allen Menschen.
21.Dezember 2024 : Nochmal der Osten, wie oft noch?
Leider glauben heute solche Gefühlswissenschaftler wie Soziologen und Vertreter anderer brotloser Künste, sie hätten entdeckt, dass den Menschen im Osten ein Demokratie - Gen fehlt. Wieso redet eigentlich niemand aus der westlichen Wohlstandsblase mit uns? Der Osten nannte sich damals deutsche demokratische Republik, und man hat uns in der Schule erklärt, was Demokratie ist. Und dann haben wir uns immer gefragt: Was ist daran eigentlich Demokratie, wenn die da oben machen was sie wollen und wir nur jubeln dürfen? Gute Bildung, Kindergärten, genügend Ärzte, Sport- und Freizeitangebote, keine Bürokratie bei Steuern oder Rente - das war selbstverständlich. Und ja, vielleicht nicht für alle, aber für die große Mehrheit. Und bis zuletzt hat man da trotz der schlechten Lage keine Luft ran gelassen. Doch das selbstverständliche nimmt man ja nicht besonders war.
Aber: Wir hatten zwar 5 Parteien, doch die bildeten einen Block unter "Führung" der SED. Wir hatten keine Wahl. Man durfte JA ankreuzen oder sich vor der Wahl drücken. Das war keine Wahl. (Übrigens: bei den Wahlen des MP von Sachsen dürfen die Abgeordneten auch nur JA ankreuzen oder sich enthalten.)
Und nun leben wir 30 Jahre in einem Land, in dem wir zwischen 3 Dutzend Parteien wählen dürfen. Gut, 2,5 Dutzend sind durch das Wahlrecht de facto ausgeschlossen, das sind nur Scheinalternativen. Und die anderen? Alle verfolgen das gleiche Ziel, nur meint jeder, dass er den besseren Lösungsansatz hat, und das passiert alle paar Jahre im Wahlkampf. Danach wird ein Kompromissflicken zusammengestrickt, der das Land de facto eher lähmt als voranbringt. Und nein, die Interessen den Mehrheit spielen dabei keine Rolle. Mir ist aufgefallen, dass bei 75% aller Umfragen die Menschen anders abstimmen als es die Regierung dann tut. Dazu kommt, dass nicht nur Bildung und Gesundheit / Pflege versemmelt werden, sondern dass die Bürokratie immer schlimmer wird, die Finanzausstattung der Kommunen im Osten immer schlechter, und alle Fördermaßnahmen vor allem Besserverdiener dienen, während die Schere zwischen arm und reich immer weiter aufgeht. In keinem Land werden Superreiche so geschont wie in Deutschland, nicht in den USA und nicht in der Schweiz.
Das schlimmste derzeit ist, dass Streiks vor allem im öffentlichen Dienst, aber auch anderen Geschäftsfeldern, die der Daseinsfürsorge dienen, extrem aggressiv geführt werden und Personalkosten ins unermessliche steigen, weil Besserverdiener wie Beamte davon natürlich auch profitieren. Der größte Ausgabenposten für Kommunen sind die Personalkosten. Irgendwann kann der Staat mal nur noch seine Beamten bezahlen, die dann aber keine Arbeit mehr haben, weil kein Geld mehr da ist für öffentliche Aufträge. Dafür haben Sie gesicherte Pensionen aus Steuergeldern, die in Fonds angehäuft werden. Die Infrastruktur verrottet, Brücken stürzen ein. Und gespart wird zuerst bei Kindern, Jugendlichen und Kultur / Freizeit. Theater schließen, für Vereine ist kein Geld da.
Junge Männer im Audi A6 mit UA Kennzeichen holen Bürgergeld ab, aber unsere Kinder, die eine Erzieherausbildung machen, müssen während der Praktika ohne einen Cent auskommen. Das nennt sich dann Fachkräfteoffensive.
Felder oder Grünland werden mit Solarpanels vollgepflastert, weil das hübscher aussieht als Windräder? Aber weil die im Winter kaum Strom liefern, braucht man zusätzlich trotzdem Windräder, die dann aber im Sommer sich nicht drehen, weil der PV-Strom Vorrang hat. Dumm nur, dass wir den nichtproduzierten Windstrom trotzdem bezahlen dürfen. (Gibt es noch andere Länder auf der Welt, die einem Unternehmen Geld bezahlen für etwas Nicht-Produziertes?). Weltweit verschwinden die Wälder, um für Soja Platz zu machen, weil vegane Schnitzel nachhaltiger sind als die von glücklichen Weidetieren. Freihandelsabkommen vernichten unsere Landwirtschaft.
Das schlimmste aber: Wir haben in der DDR etwas gelernt, an dem es keine Zweifel gibt - für unsere Zukunft ist Frieden unabdinglich. In der DDR wurde die Friedenstaube geboren. Doch inzwischen glauben tatsächlich (in Westdeutschland) immer mehr Menschen, dass wir aufrüsten müssen, weil Putin Europa erobern wird? So sagt es die Propganda. In der DDR waren wir gegen Propaganda weitgehend immun, die Plakate für den Sozialismus waren lächerlich. Niemand kommt offenbar auf die Idee, dass alle nur dazu dient, eine stockende Wirtschaft in Schwung zu bringen?
Die Liste könnte lange fortgesetzt werden. Ein öffentliches Toilettenhäuschen kostet so viel wie ein privates Eigenheim. Und Chemnitz hat auch nach 35 Jahren keinen Fernbahnanschluss, dazu muss man nach Leipzig fahren, mit Reichsbahnwaggons! Aber unser SPD-MdB wird einst stolz sagen, er habe Chemnitz ans Fernbahnnetz angeschlossen. Tatsächlich fährt auf sein Betreiben der IC Dresden - Berlin - Rostock jetzt von Dresden noch bis Chemnitz. Damit er in Dresden nicht mehr umsteigen muss. Übrigens fährt der Zug von Berlin über Dresden bis Chemnitz, wird dann leer zum Waschen wieder nach Dresden gefahren und dann zur nächsten Fahrt leer nach Chemnitz. Als MdB hat er für dieses Lebenswerk mehr als eine Million Euro verdient und ausgesorgt.
Nein, ich sorge nicht dafür, dass Blau noch eine Stimme mehr bekommt. Denn ich habe mich in meiner (DDR-) Jugend mit Geschichte, Ethik, Philosophie beschäftigt und humanistische Literatur gelesen. Dazu gab es in den letzten 30 Jahren kaum irgendetwas Nennenswertes zu vermelden, vielleicht außer die 48 Seiten "Bullshit“. Nicht mehr Fakten, nicht mehr Wahrheit leiten uns, sondern Gefühle und Parolen. Und folgen denen, deren Parolen unseren Ohren guttun.
9. Dezember 2024: Energiewende ohne Ende
Dass die Energiewende nötig ist, kann niemand mit gesundem Verstand negieren. Aber leider betreiben Hr. Habecks Grüne diese eher polemisch als durchdacht, und das schadet der Entwicklung mehr als es nützt. Einige Beispiele:
1) Das "Heizungsgesetz" war getrieben von der Parole: "Raus aus fossilen Energien!". Wie soll der Bürger verstehen, dass er kein Erdgas mehr nutzen soll, während gleichzeitig der gleiche Minister den Ausbau einer LNG-Infrastruktur forciert? Unbestritten ist, dass Gas pro erzeugter Energieeinheit immer noch nur ca. 40% CO2 im Vergleich zu Kohle oder Biomasse freisetzt. Und die Vorräte reichen offenbar noch mehr als 100 Jahre. Aber wenn schon Erdgas, warum dann nicht wirtschaftlich sinnvoll aus einer Pipeline statt mit Schiffen?
2) Solarparks sind volkswirtschaftlich und ökologisch fragwürdig. Ein Solarpark mit etwa 100 MWp kann im Jahr etwa 100 GWh Energie liefern. Allerdings benötigt er dafür eine Fläche von etwa 80 bis 100 ha, was im Mittel etwa 120 Fußballfeldern entspricht. Allerdings ist die Energieausbeute im Winter nur etwa 20% im Vergleich zum Sommer. Was bedeutet das? Ein Solarpark dieser Größe liefert in einem Sommermonat etwa 15 GWh, in einem Wintermonat aber nur 3. Doch gerade im Winter wird eigentlich mehr Energie benötigt als im Sommer. Die Folge: Entweder braucht man fossile Kraftwerke, die vor allem im Winter auf Volllast arbeiten, oder importiert mehr Strom im Winter, der dann eher ebenfalls aus fossilen oder Kernkraftwerken kommt, oder aber man baut zusätzliche Windenergieanlagen. 3 Windräder mit etwa 200m Rotordurchmesser könnten genauso gut 100 GWh Energie liefern. Der Vorteil: Wind gibt es jahreszeitunabhängig. Der Flächenverbrauch wäre im Vergleich dazu minimal, die ökologische Beeinträchtigung wesentlich geringer. Um den Rückgang des Solarstroms im Winter mit grünem Strom auszugleichen, braucht man wenigstens 2 der 3 Windräder zusätzlich zum Solarpark. Das Problem: diese bleiben dann im Sommer stehen. Schon heute stehen an Sommertagen 3 von 4 Windrädern still. Und das makabre daran: Der Bürger bezahlt auch den nicht erzeugten Strom. Deshalb ist es sinnvoller, Gaskraftwerke zu bauen als eine Windradüberkapazität aufzubauen. Noch sinnvoller wäre es aber, PV-Anlagen auf Dächer und andere bebaute Flächen zu verbannen und die Flächen für extensive Landwirtschaft oder noch besser Biotope zu nutzen.
3) Eine der schlimmsten wissenschaftlichen Fehlleistungen ist die Nichtberücksichtigung der nativen Emissionen von Biomasse, insbesondere Holz, im Energie- und Gebäudesektor. Zwar wird der Verlust oder Zuwachs an Kohlenstoffvorrat im Wald durch den Landnutzungssektor erfasst, aber wieviel CO2 konkret in die Atmosphäre gelangt, wenn Kraftwerke mit Holzbrennstoffen betrieben werden, wird nicht erfasst, weil der Prozess „nachhaltig“ sei. Aber was ist daran nachhaltig, wenn ich einen Baum, der 100 Jahre lang gewachsen ist, und dabei 2 Tonnen CO2 aus der Kohleverbrennung aufgenommen hat, nun wieder verbrenne und dieses CO2 wieder freisetze? Und zwar in der Hoffnung, dass in 100 Jahren ein neuer Baum gewachsen ist und dabei abermals dieses CO2 aufgenommen hat? Der Umstand, dass dieses CO2, das schon einmal gebunden war, nun gerade jetzt unsere Atmosphäre erneut belastet, kann doch nicht ernsthaft als „klimaneutral“ schöngeredet werden. Denn auch nachwachsendes Holz soll ja eigentlich CO2 aus anderen Quellen binden statt aus einem walinternen Kreislauf. Zumal bei der Berücksichtigung im Landnutzungssektor Holz (Pellet)-importe gar nicht berücksichtigt werden. So können wir das Klima schön rechnen, während der weltweite Waldbestand immer weiter zurückgeht. Wenn Kohlekraftwerke durch Holzkraftwerke ersetzt werden, ist das eine klimapolitische Katastrophe. Wer kann sagen, wieviel CO2 durch Holzverbrennung in unsere Atmosphäre gelangt? Die Zahlen aus dem Landnutzungssektor nicht, und der Energiesektor wird schöngerechnet. Allein in Deutschland wurden zuletzt auf diese Weise jährlich mehr als 60 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt, die man aber lieber dem Borkenkäfer unterschiebt.
2. Dezember 2024: Tuvalu mobil
Die neuesten Kreuzfahrtschiffe haben Platz für fast 7000 Passagiere, stand heute in der Zeitung. Dazu kommen noch 5000 Mann Personal. Ich sage zu meiner Frau: „So eine schwimmende Stadt muss ich unbedingt mal sehen.“ Sie sagt: „Niemals, da bringt mich keiner hin.“ Ja, klar, ein Expeditionsschiff wäre besser. Leider nicht bezahlbar. Trotzdem sage ich: “Vielleicht ist das in 2000 Jahren mal ein Weltwunder?“ Und sie: „Oder die letzte Rettung“. Und plötzlich wusste ich es: Elon Musk soll eine Flotte von 100 solchen Schiffen bauen und sie den Südseestaaten vermachen. Auf ein solches Schiff passt die ganze Bevölkerung von Tuvalu oder Nauru, und wenn die untergehen könnte der ganze Staat auf einem solchen Schiff weiterleben. Und dann wäre dieser Staat sogar mobil und könnte sich ansiedeln, wo die Leute Lust haben. Und die Hafenbehörden keine Einwände haben. Wäre doch besser als auf den lebensfeindlichen Mars zu fliegen?
14. Juni 2024: Wie die Ostdeutschen die Wahl vergeigen
Der Historiker Kowalczuk hat die Wahl im Osten analysiert*. Und weil er sagt, Debatten sind nutzlos, wenn sie niemandem zu nahe treten, komme ich nicht umhin, ihm einfach mal zu nahe zu treten. In einigen Punkten hat er natürlich recht. Aber das Gesamtfazit lautet doch wieder einmal: wir sind selber schuld. Wir haben nicht verstanden, unser Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, Karriere zu machen. Und nun jammern wir. Dabei übersieht er völlig, dass hier die Wirtschaft über die Treuhand verscherbelt wurde, und was übrig blieb, besetzten „Fachkräfte“ aus dem Westen. Wer Karriere machen wollte, hat folgerichtig eines getan: er hat den Osten verlassen. Die Hiergebliebenen haben als Billiglöhner gedient. Nach seiner Logik hätten also alle weggehen sollen? Den 2,5 Millionen Zugewanderten aus dem Westen stehen 6 Millionen gegenüber, die ihre Heimat verlassen haben, um ihr Schicksal in die Hand zu nehmen. Was ist mit denen? Die Frage, wie die Zugewanderten die Wahl beeinflusst haben, lässt der Beitrag interessanterweise offen. Dabei wissen wir, dass ziemlich viele aus dem rechten Spektrum hierhergekommen sind, da sie von den Behörden (mit importierten Führungskräften) nicht wirklich als Bedrohung wahrgenommen, als temporäre Erscheinung abgetan wurden. Und daraus folgert er, die Menschen hier hätten eine zu hohe Erwartungshaltung an den Staat? Ja, ich hätte mir hier mehr Engagement der Menschen, aber eben auch des Staates gewünscht. Doch letztlich habe ich für meinen Teil meine eigenen Erfahrungen gemacht: Es gibt hier noch ein kollektives Gedächtnis daran, wie es sich anfühlt, wenn eine Regierung an den Menschen vorbeiregiert. In 80% aller Umfragen wünscht sich die Bevölkerung andere Entscheidungen, als sie von der Regierung getroffen werden. Nicht das Volk, sondern Lobbyverbände diktieren die Gesetze. Diese Demokratie wird inzwischen von Minderheiten dominiert (wie der FDP in der Ampel) und macht keine Anstalten, sich an die neuen Verhältnisse anzupassen, da absolute Mehrheiten in weite Ferne gerückt sind. Nicht "Diktaturprägung", wie oft behauptet, treibt uns an, sondern der Wunsch nach einer wirklich funktionierenden Demokratie, die uns versprochen wurde, aber nie wirklich existierte. Deshalb möchte ich auf das Buch von Christina Morina: "Tausend Aufbrüche" verweisen, welches neben all dem Bullshit als eines der wenigen einen ernsthafte Versuch unternimmt, der Parallel-Geschichte beider deutscher Staaten und den soziokulturellen Auswirkungen auf den Grund zu gehen.
(Freie Presse vom 14.6.2024)
5.Juni 2024: Was Nina Kummer mit Milch zu tun hat
Da waren am Wochenende zwei interessante Kolumnen* zu lesen: Nina Kummer weint, wenn sie auf eine öffentliche Toilette muss, und der Verbrauch an Kuhmilch geht immer mehr zurück. Was hat das miteinander zu tun? Meine Antwort ist: Charles Darwin. Der hat allein mit seiner Beobachtungsgabe nicht nur die Evolutionstheorie entwickelt, er schrieb auch ein bemerkenswertes Werk über „Die Bildung der Ackererde durch die Tätigkeit der Würmer“. Ja und? Heute beobachten Forscher, warum weniger Kuhmilch getrunken wird und stattdessen Milchersatz aus Soja, Mandeln oder anderen Gewächsen. Ich hätte da eine ganz einfache Antwort: Weil wir es können. Gäbe es diese Ersatzprodukte nicht, würde man weiter richtige Milch trinken, von der schon unsere Vorfahren wussten, wie gesund sie ist. Und dann kommen solche „Erkenntnisse“ wie „Kühe sind klimaschädlich“, obwohl das Rind zu den wichtigsten Nutztieren der Menschheit gehört und ein Kuhfladen Nahrung für viele Insekten ist. Aber man macht eben mal schnell ein schlechtes Gewissen, um den Markt zu beleben und neue Produkte an den Mann oder besonders auch die Frau zu bringen. Da wird dann in Südamerika der Regenwald abgeholzt um Soja anzubauen, dass mit Schiffen zu uns gebracht wird, um daraus Milch und Schnitzel zu machen oder es ans Vieh zu verfüttern. Das beruhigt das Gewissen. Wir bilden uns heute ein, immer mehr zu wissen, aber grundlegendes und essenzielles Wissen geht zunehmend verloren. Wie das Werk von Darwin, denn sonst wäre längst aufgefallen, dass unser Ackerboden der konventionellen Landwirtschaft vielleicht schon keine Regenwürmer mehr enthält. Er ist tot und kann nur noch mit Chemie am Leben erhalten werden. Während man früher nach dem Regen auf einem Feldweg aufpassen musste, nicht zu viele zu zertreten, ist ihr Anblick heute selten. Aber wer weiß das denn noch? Wir forschen lieber über KI in der Landwirtschaft. Darüber muss ich weinen. Womit wir bei Nina wären. Ich liebe ihre Musik, aber frage mich, ob sie keine anderen Sorgen hat als die Symbole an öffentlichen Toiletten und deshalb beim Pinkeln weinen muss? Mir ist es egal, ob Frauen Wanderschuhe tragen und Männer High Heels oder sich manche für ein anderes Geschlecht halten. Und mir wäre es auch egal, wenn Nina auf die Männertoilette käme. Ich war auch schon versehentlich auf einer Frauentoilette. Mir ist es auch egal wenn jemand lieber im Stehen pinkelt und es vielleicht bald nur noch Unisextoiletten gibt. Die Zeiten wandeln sich, und das sollte man einfach geschehen lassen, von ganz allein, ohne alles zu politisieren und in endlosen Talkrunden darüber Zeit zu vergeuden. Die essentiellen Wahrheiten aber sollten uns im Bewusstsein bleiben. Deshalb trinke ich jetzt mal ein Glas gute gesunde Weidemilch, mit 3,8% Fett!
(*Freie Presse vom 1.6.24)
16. Mai 2024: Windkraft nein danke oder?
Gerade im Erzgebirge tun sich die Menschen mit Windrädern schwer. Seltsamerweise sammeln sich die Windkraftgegner immer dort, wo es noch keine Windräder gibt, aber darüber nachgedacht wird. Dort, wo es inzwischen so etwas gibt scheint es die Mehrzahl der Menschen nicht zu stören, aber darüber berichtet niemand. Woran liegt das? Weil von den Gegnern vor allem Scheinargumente vorgebracht werden, die nicht der Wahrheit entsprechen oder weit weniger Auswirkungen haben, aber Angst und Verunsicherung erzeugen. Da wird etwa von „Vogelschredderanlagen“ geredet, obwohl die Zahl der getöteten Vögel etwa durch Hauskatzen, Flugzeuge oder einfach nur Glasfassaden millionenfach höher liegt. Und die Befürworter getrauen sich am Ende gar nicht mehr, sich offen zu äußern, so dass immer der Eindruck entsteht, die Gegner seien in der Mehrheit. Das ist wohl auch das Kalkül, wie man den Frust über die Politik unter die Menschen bringt. Dabei kann ein einziges Windrad im Jahr etwa 10 Gigawattstunden Strom erzeugen. Im Vergleich dazu: für die gleiche Leistung müsste man etwa 15 Hektar Land mit Solarmodulen bebauen. Der Energiehunger unserer Wohlstandsgesellschaft steigt nun einmal ständig an, und bis ausreichend Energie durch neue Technologien wie Kernfusion o.ä. erzeugt werden kann ist Windenergie eine sehr gut Alternative. Aber leider hat es unsere Demokratie versäumt, neben der Meinungsfreiheit auch tatsächliche Mitbestimmung in Form von Befragungen und Abstimmungen zu ermöglichen. Dann sähe vermutlich vieles besser aus als es heute ist und morgen sein wird.
10.November 2023: Antisemitismus vs. Antiislamismus?
Hat sich Deutschland viele Jahre zurückgehalten, wenn es um unser Verhältnis zu den Juden ging, mit Ausnahme der ständigen Erinnerung an unsere immerwährende Schuld, bedient man sich spätestens seit den Ereignissen In Gaza dem in letzter Zeit immer mehr um sich greifenden Schwarz-Weiß-Klischee. Doch man kann historisch tiefverwurzelte Ideen wie Antisemitismus oder auch Antiislamismus nicht einfach mit einem „Wir stehen fest an der Seite…“ ausmerzen. Dazu ist eine über Generationen dauernde ethische Bildung notwendig, für die ein Schulfach in keiner Weise ausreicht. Grundsätzlich ist doch weder Juden- noch Muslimfeindlichkeit tolerierbar, man kann das nicht an die gerade aktuelle Situation anpassen. Und aktuell geht es in Israel um einen Konflikt zwischen diesen beiden Volksgruppen, den die Nachkriegs-Großmächte mit ihrem halbherzigen Teilungsplan zu verantworten haben, wie die Deutschen den Holocaust, und bis heute hat die Staatengemeinschaft eher tatenlos zugeschaut, als ob Staatenlose wertlos seien. So löblich der Versuch war, den Juden eine Heimat zu geben, kann man nicht gleichzeitig anderen die Heimat nehmen. Es geht nicht an, Juden und Muslime gegeneinander auszuspielen, indem man Antisemitismus durch Antiislamismus ersetzt oder umgekehrt. Es muss eine Lösung geschaffen werden, statt sich auf die eine oder andere Seite zu stellen. Wo bitte ist die Friedenskonferenz mit Beteiligung der EU, Israels und der Araber? Initiativen sind gefragt statt wortreicher Bekundungen. Bin ich nun ein Antisemit, weil ich nicht fest an der Seite Israels stehe, was allzu leicht von manchen Zeitgenossen impliziert wird? Angesichts der Tatsache, dass hier wieder ein Konflikt mit Waffengewalt gelöst werden soll, der von irgendwelchen Führungsriegen auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen wird, bleibt mir eigentlich nur eins: Ich distanziere mich von Terrororganisationen wie der Hamas, aber auch vom Staatsterror Israels, der offenbar auch nicht vor einem Genozid zurückschrecken würde. Das richtet sich weder gegen Juden noch Muslime an sich, sondern allein gegen Organisationen und Regierungen, die vorgeben in deren Namen zu agieren. Und nein, ich empfinde tatsächlich keine Schuld für die Verbrechen der Nationalsozialisten, denn ich war nicht dabei, ich verabscheue sie nur. Und statt Schuldgefühle habe ich eher die Angst, dass das wieder passiert, weil sich Menschen zu oft und zu einfach vereinnahmen lassen, auf einer Seite stehen zu müssen. Kriege nützen immer nur den Machthabern, niemals den Menschen. Und deshalb stehe ich auf keiner Seite, außer auf der der Opfer. Und das gilt für alle Kriege, es sind nicht meine Kriege, denn ich kann diese irrsinnige Welt nicht retten. Ich kann nur alle friedliche Menschen, egal welcher Herkunft und Religion, wertschätzen.
18.Oktober 2023: Elektromobilität und Carl Benz' Benzinkutsche
Wir sollten bei diesem Thema vor allem Eines bedenken: Die individuelle Mobilität ist eine der größten Errungenschaft einer freiheitlichen Gesellschaft. Bei allen Diskussionen sollte klar sein, dass sich die Menschen diese Errungenschaft auf nicht absehbare Zeit auch nicht nehmen lassen. Bei allen Bemühungen um die Verbesserung des ÖPNV und auch des Fernverkehrs, die richtig und notwendig sind, muss uns bewusst werden, dass keine Gesellschaft derzeit in der Lage sein wird, durch Bahn-, Bus-, Luft- und Schiffsverkehr den Bürgern den gleichen Grad an Mobilität zu bieten wie mit dem Privatfahrzeug. Ziele, die individuelle Mobilität abzuschaffen oder massiv einzuschränken, sind Illusion – im Gegensatz zu bestimmten Regulierungen wie Tempolimits. Es gilt also, das Ziel so zu formulieren: wie kann man individuelle Mobilität so gestalten, dass sie nachhaltig, ressourcenschonend und umweltverträglich wird? Deshalb sollte die Elektromobilität einmal ganz grundsätzlich bewertet werden. Dabei gibt es 3 Aspekte:
1) Die elektrische Antriebstechnik. Sie ist zweifellos den Verbrennungsmaschinen etwa so überlegen wie es diese der Dampfmaschine war. Der Wirkungsgrad ist deutlich besser, die direkte Umwandlung elektrischer in mechanische Energie viel effektiver als alle Umwege über chemische Prozesse wie bei E-Fuels oder Wasserstoff. Die Motorenherstellung ist einfacher, viele zusätzliche Komponenten wie Getriebe, Kupplungen, Anlasser, Lichtmaschinen, Turbolader, Filter, Katalysatoren usw. sind überflüssig. Mit moderner Umrichtertechnik, wie sie aus dem Maschinenbau bekannt ist, können die Motoren aktiv beschleunigen oder bremsen, alle Parameter wie Drehmoment und Drehzahl (und damit die Leistung) können durch Computer einfach geregelt werden. Die Herstellung wird damit deutlich einfacher, die Eigenschaften eines Fahrzeuges können allein durch Programmierung in weiten Bereichen angepasst werden. Eigentlich sollten E-Autos deshalb deutlich preiswerter sein.
2) Die Umweltaspekte. Anders als beim Verbrenner hängt die Umweltfreundlichkeit nicht mehr von einem Kraftstoff ab. Beim Benutzen des Fahrzeuges werden alle Emissionen, die ansonsten durch einen Verbrennungsvorgang verursacht werden, neben CO2 auch gesundheitsschädliche Schadstoffe, werden vermieden. Die Umweltbelastung entsteht ausschließlich bei der Fertigung und den Vorprozessen (wie beim Verbrenner auch), und hängt maßgeblich davon ab, wie umweltfreundlich die dafür verwendete Energie gewonnen wird. (Auch hier haben alle Studien Defizite, da man sie auf dieser Grundlage beliebig beeinflussen kann.) Und letztlich ist natürlich wichtig, wie die zum Fahren gespeicherte Energie erzeugt wird. Dabei wird klar, dass eine zunehmend umweltfreundlichere Energieerzeugung die Bilanz immer besser werden lässt. Während beim Verbrenner die meisten Emissionen beim Benutzen entstehen, sind es bei E-Autos vor allem die Anfangsemissionen bei der Herstellung, woraus auch klar wird, dass der Vorteil immer gravierender wird, je größer die Lebensdauer ist (was bei den meisten Studien nicht beachtet wird). Wegen der Einfachheit eines elektrischen Antriebs können dabei Lebensdauern jenseits der 1.000.000 km erreicht werden (wenn nicht die Autobauer geplante Ausfälle hineinkonstruieren).
3) Die Energiespeicherung. Hier kommen wir zur Achillesferse. Denn das eigentliche Problem, welches zum teilweise schlechten Ruf führt, ist nicht das E-Auto an sich, sondern die Frage: wie „tanke“ und speichere ich die Energie. Und alles oben Gesagte gilt nur, wenn dieses Problem zufriedenstellend gelöst wird. Und da sehen wir: die Lithium-Batterie, die für viele kleine elektronische Geräte das Maß der Dinge ist, taugt hier nicht sehr viel, obwohl sie gegenüber dem Bleiakku ein Riesenfortschritt ist. Ausgangsstoffe und Herstellung sind problematisch (auch umwelttechnisch), Kapazitäten und Ladezeiten begrenzt, Gewicht zu schwer, Gefährdungspotenzial im Havariefall hoch, Herstellung viel zu teuer. Das kann also nur eine Übergangstechnologie sein. Eine bisher viel zu wenig genutzte Möglichkeit sind „umgekehrte“ Hybride, die nicht von einem Verbrenner angetrieben werden, der elektrisch unterstützt wird, sondern elektrisch angetrieben werden und ein einfacher Verbrenner, der in seinem optimalen Betriebspunkt arbeiten kann, erzeugt Strom. Einen großen Fortschritt könnte man mit Feststoffbatterien erreichen, welche viele dieser Nachteile minimieren. In einigen Jahren könnte es schon so weit sein. Dann muss und wird man E-Mobilität neu bewerten.
Man kann also zusammenfassen, dass die Zukunft der individuellen Mobilität in den Möglichkeiten der Energiespeicherung liegt. Und es ist leider nicht das (ehemalige?) Hochtechnologieland Deutschland, welches hier den Ton angibt. China, Korea, Taiwan und die USA sind die Global Player. Und sie werden die Gewinner sein. Die deutsche Autoindustrie macht sich zunehmend abhängig. Warum in Deutschland nicht mit Höchstdruck an zukunftsfähigen Stromspeichern gearbeitet wird, sondern Geld für Hobbyprojekte wie E-Fuels bereitgestellt wird, bleibt das Geheimnis der Lobbyisten, die uns regieren.
4.Oktober 2023: Gedanken zum Tag der deutschen Einheit
Am 3. Oktober vor 33 Jahren wurde die nach dem 2. Weltkrieg herbeigeführte Teilung Deutschlands beendet. Manche waren dabei, manche kennen das nur aus Geschichtsbüchern oder Erzählungen, und junge Menschen aus den alten Bundesländern haben keinen Bezug mehr dazu. Die Geschichte kann man nachlesen: Eine noch nie dagewesene Protestwelle mit hunderttausenden Demonstranten fegte die SED-Macht in der DDR hinweg. In freien Wahlen wurde im März 1990 eine neue Volkskammer (das Parlament der DDR) gewählt, und als Sieger ging nicht etwa die von Bürgerrechtlern neu gegründete Ost-SPD hervor, sondern die Ost-CDU, eine Partei, die vorher als sogenannte Blockpartei fest an der Seite der alles kontrollierenden SED stand. Denn sie hatte eben den Kohl-Bonus, sie hatte den gleichen Namen wie die Partei des mächtigen Kanzlers, der uns blühende Landschaften versprach. Ich erinnere mich noch an die Worte meines Vaters, Polizist und SED-Mitglied, kein Demonstrant, vor der Wahl: Der Dicke (so nannte man den Kanzler liebevoll) hat doch das Geld!
Und so kam, wie es kommen musste: innerhalb kürzester Zeit arbeitete die erste frei gewählte Regierung der DDR den Beitrittsvertrag aus. Dabei darf man ruhig annehmen, dass es im Interesse der damaligen Bundesregierung lag, eine Stärkung der Sozialdemokratie zu verhindern. Schon im August stand der so genannte Einigungsvertrag, der die Auflösung der DDR, die Aufteilung in 5 Bundesländer und deren Beitritt zur BRD zum 3. Oktober regelte.
Seitdem feiert die Bundesrepublik den Tag der „Einheit“. Und jedes Jahr hören oder lesen wir, wie die Einheit voranschreitet und in den neuen Ländern alles besser wird. Das verkünden uns die (west)deutschen Spitzenpolitiker gebetsmühlenartig seit 30 Jahren. Und fast immer lesen wir zeitgleich, dass Einkommen und Renten immer noch viel niedriger sind, dass die Produktivität hinterherhinkt, die Tarifbindung niedriger ist, die Vermögen sowieso. In fast allen Statistiken belegen die 5 neuen Länder abgeschlagen die letzten Plätze. Daran hat sich nichts geändert, und daran wird sich nichts ändern. Denn am 3. Oktober 1990 wurde Deutschland nicht wiedervereinigt, sondern der Osten ist beigetreten. Alles was bisher in den alten Ländern galt, wurde auf die neuen übertragen. Es galten und gelten die Bedingungen, die der Westen diktiert. Was von der DDR blieb waren das Sandmännchen und der grüne Pfeil. Behörden wurden von Beamten aus dem Westen übernommen. Unternehmen kauften billige Werkbänke oder bauten diese ab, aber kein großes Unternehmen siedelte sich hier an. Es gibt Vorzeigeprojekte, VW in Zwickau, BMW in Leipzig, Tesla in Brandenburg, die Chipfertigung in Dresden, vielleicht auch bald in Magdeburg, aber keines dieser Unternehmen versteuert seine Gewinne hier. Investoren kommen aus China. In Führungspositionen sind Ostdeutsche unterrepräsentiert. Sie sind nicht wirklich Teil der Geschichte geworden, niemand im Westteil interessiert sich für ihre Biografien, der Osten wird auf Stasi und Demokratieunfähigkeit reduziert. Überhaupt, die Demokratie: jeder mit einer Ostbiografie wusste und weiß, dass die DDR nur eine Scheindemokratie war. Und wundert sich heute, dass auch die westdeutsche Demokratie irgendwie keine Alternativen bieten will. Also ergreifen viele eine Scheinalternative.
Vermutlich hoffen die Politiker, dass das Problem biologisch gelöst wird. Gerade deshalb ist es wichtig, unsere Biografien der Nachwelt zu hinterlassen.
20.September 2023: Die moderne Landwirtschaft oder der Mais ist reif zur Ernte
Die moderne Landwirtschaft: Der Mais auf 100 Hektar ist reif zur Ernte.
Tag1) Der Mähdrescher kommt und schneidet ihn 15 cm über dem Boden ab, häckselt ihn und wirft ihn auf den nebenherfahrenden Anhänger. 3 Traktoren mit 2 Hängern stehen ständig bereit, mit laufenden Motoren, um sofort den vollen Trek abzulösen. Ruckzuck ist ein Hektar nach dem anderen weg.
Natürlich werden nicht die Maiskolben geerntet, um aus den Körnern etwas für unseren Tisch zu machen (obwohl das die Bauern so gern behaupten). 82% des Maises wird zu Silage für die Massentierhaltung und für Biogas verwendet. Die Maisanbaufläche hat sich in den letzten 50 Jahren versechsfacht.
Hinter dem Mähdrescher fährt gleich noch ein großer Balkenmäher, der die Stoppeln abschneidet.
Tag 2) Ein großer Renntraktor mit einer komplexen Bodenbearbeitungsmaschine aus Grubber und Eggen rast über das Feld. Er reißt die oberen 5 cm Boden auf und holt die verblieben Wurzelreste heraus.
Natürlich wird nicht mehr gepflügt, der Boden tiefgründig gelockert, Pflanzenreste als Nahrung für die Bodenlebewesen und die Kompostbildung eingearbeitet. Das ist altmodisch und nur noch etwas für den Kleingärtner. Schließlich spart die neue Methode Kosten, und angeblich schützt sie Bodenorganismen (deshalb sieht man kaum noch Regenwürmer) und beugt Erosion vor, was man gut an der riesigen Staubwolke sieht.
Tag 3) Der Grubber fährt noch einmal, diesmal quer zur gestrigen Fahrtrichtung. Hinter ihm fährt ein weiterer Renntraktor mit der Drillmaschine, beladen mit Getreidekörnern, die er in kleinen Furchen verteilt. Ein Festtag für die Mäuse, was man an dem Dutzend Bussarden und Milanen in der Luft sieht, sofern nicht Staubwolken den Himmel verdunkeln.
Übrigens wird nur ein Fünftel des deutschen Weizens für Nahrungsmittel verwendet. Das meiste landet auch hier im Futtertrog. Außerdem wird Weizen exportiert, um dafür noch mehr Futtermais zu importieren.
Auch interessant ist, dass ja Mais den Boden sehr auszehrt, und durch die fehlende Gründüngungsphase der Nährstoffbedarf durch Mineraldünger ausgeglichen werden muss, was sehr teuer ist und das Grundwasser mit Nitrat anreichert. So ist wohl die Düngemittelindustrie der größte Profiteur dieser modernen Landwirtschaft, zu Lasten der wichtigsten Rohstoffe der Welt: dem Boden und dem Wasser.
Tag XY) An diesen Tagen verteilt der Renntraktor den Dünger, um die fehlende organische kompostbildende Masse auszugleichen, und die Biozide, da ja unerwünschte Pflanzen bei dieser Art der Bearbeitung oberflächennah im Boden verbleiben und schnell wieder austreiben.
Was in Vergessenheit geraten ist: Die Erfindung des Pfluges war ein Meilenstein in der Geschichte der Menschheit. Er ermöglichte das Sesshaftwerden durch eine nachhaltige Nutzung des Bodens. Wie lange werden wir noch genügend Ackerboden haben?
Intro
Die Welt ist doch verrückt? Klimawandel, Kriege, Migration und Inflation bestimmen die Nachrichten, und für viele scheint es auch keine anderen Themen mehr zu geben. Das Denken wird durch KI ersetzt, trotzdem fehlen überall Arbeitskräfte. Und Millionen Menschen kommen hier her, und sie bekommen jeden Monat Geld, manche haben ihr ganzes Leben nicht so viel gesehen. Und sie müssen, sie dürfen nichts dafür tun. Nicht mal helfen, Mülltonnen zu leeren. Junge Männer mit großen Autos mit dem Symbol UA holen nicht nur meine ausgedienten Möbel ab, die ich verschenke um sie vorm Sperrmüll zu bewahren. Sie holen auch Sozialhilfe ab. Der Krieg in ihrer Heimat scheint nicht der ihre zu sein, möge doch bitte die EU ihr Land gegen Putin retten. Sie sprechen kein Deutsch, aber Vietnamesen, die seit 35 Jahren hier leben werden ausgewiesen wegen ungenügender Deutschkenntnisse. Syrische Ärzte, ohne die unsere Krankenhäuser nicht mehr arbeitsfähig wären, sollen nach Meinung des genialsten Politikers aller Zeiten J. Spahn zurückgeführt werden, während tausende Beamte in den Ministerien sich sogenannte "Fachkräfteoffensiven" ausdenken. Entscheidungen treffen Leute an Schreibtischen, die für jede ihrer Handlungen, wahrscheinlich bis zum Toilettengang, eine genaue Vorschrift befolgen müssen. Und im Zuge des Bürokratieabbaus müssen Sie neue Verordnungen studieren, um zu sehen ob manche der Verordnungen unter bestimmten Umständen vielleicht nicht anzuwenden sind.
Beamte, die alle Vorteile dieses Systems genießen, gehen montags auf die Straße, um gegen diesen Staat zu protestieren, und mischen sich dabei mit Neonazis, die darauf vertrauen können, dass ihre Kundgebungen von der Polizei geschützt werden. Wer nicht antiislamistisch sein will wird plötzlich zum Antisemit erklärt. Es fehlt an Ärzten, weil die einen oft 12-Stunden-Tage haben und die anderen 25 Stunden Sprechstunde in der Woche halten müssen, und nicht danach bezahlt werden, wie lange sie arbeiten, sondern danach ob sie am Fließband Hüftgelenke von 80jährigen ersetzen oder sich um kranke Kinder kümmern müssen. Zusammen mit Apothekern streiken sie, weil es nicht gleich zum Porsche reicht. Lokführer und Piloten streiken, auch der öffentliche Dienst, mindestens 500 Euro mehr im Monat wird gefordert. Rentner streiken nicht, sie bekommen ja auch wieder 3,5% oder 35 Euro mehr.
Die Mindestlöhner in den Mittelstandsbetrieben im Osten streiken auch nicht, mit etwas Glück bekommen sie einen Montagejob im Westen fürs doppelte Geld. Sie hoffen auf die AfD, weil die anderen ja alles immer teurer machen und sich nicht für den Osten interessieren. Und überall fehlt das Geld, aber der Bundeswehr gibt man mal schnell 100 Milliarden, und wir können sicher sein, die werden alle, und die Gewehre sind trotzdem nicht besser. Wie viel könnte man für Kinder machen? Oder für Kultur? Oder Sport? Ach ja, da werden Milliarden verdient, doch um den Nachwuchs soll sich der Staat kümmern? Und nun noch der Klimawandel. Überall Sturmfluten, Orkane, Dürre oder Starkregen, was bisher alle 50 Jahre passierte kommt nun 2 mal im Jahr. Um Sachsen macht das bisher einen Bogen – und die Leute denken: Bissel mehr schönes Wetter ist doch super. Dabei werden bald ganze Landstriche nicht mehr bewohnbar sein, und die Leute werden dahin wandern, wo sie Geld bekommen nur für ihre Anwesenheit. Und wir erzeugen Energie aus Holz statt aus Gas und bringen 3 mal so viel nachhaltiges CO2 in die Atmosphäre, und anderswo werden Wälder für unser veganes Essen abgeholzt. Die großen Konzerne jammern, werden aus den Steuern der Armen subventioniert und zahlen Dividenden an Menschen, die nicht arbeiten sondern Geld mit Geld verdienen. Und der gut verdienende Mittelstand bekommt ein Förderprogramm nach dem anderen, fürs E-Auto, die PV-Anlage, den Hausbau, Elternzeit, während die anderen mit steigende Mieten und Lebenskosten kämpfen müssen. Aber unsere Abgeordneten verbringen die meiste Zeit mit Lobbyvertretern statt mit den Bürgern. Die Regierungskoalition wurde von gerade 37% der Wahlberechtigten gewählt, und wir haben Angst, auch 16-17jährige wählen zu lassen, weil die keine Ahnung von der Zukunft haben.
Kassenbeiträge, Rundfunkgebühren und ein Großteil der Steuern haben vor allem einen Zweck: aufgeblähte bürokratische Verwaltungsmonster zu finanzieren. Und diese Liste ließe sich weiter fortsetzen. Auf ein paar Details wollen wir hier weiter eingehen.
